„Es gibt immer noch zu wenig Frauen*, die die DJ-Tätigkeit ausüben.“

“SLIC Unit steht für ‘Support und radikale Solidarität’, denn im DJ-Game und auch in der Kreativbranche sind Leute oft nett zu dir, weil sie sich einen Benefit davon versprechen oder es strategisch Sinn macht. Mit unserem Kollektiv wollen wir das brechen und nicht nur daran denken: ‘Was bringt mir das’, sondern: ‘Ich mache das jetzt ohne Bedingung und Mehrwert’. Wir haben beschlossen, dass wir eine Support-Gruppe sein wollen. SLIC Unit steht auch für ‘collective joy’, weil zusammen auf Gigs zu gehen, einfach mehr Spass macht. Und wir stehen für ‘collective knowledge’: Wir teilen unser Wissen und unsere Fähigkeiten miteinander, damit wir gemeinsam weiterkommen. Das ganze passiert nicht exklusiv, denn wir möchten auch andere, marginalisierte FLINTA* DJs unterstützen, wo wir können. Es gibt genug Platz für uns alle!” – SENU, 2021

Das DJ-Kollektiv SLIC Unit wurde Anfang 2020 von Jaxx TMS, Nissa, SENU, Slimgirl Fat und Yung Womb gegründet. Seither spielten sie auf der Fusion Plan:et C, dem Kultur Sommer Hamburg 2021 und hatten Gigs auf Festivals wie dem Alvozay Festival, PopKultur Festival, In*Vision Festival, Further Festival, Formation Now** Festival. Sie sind regelmäßige Hosts bei HalfmoonBK, THF und [sic]nal Radio.

Für Upcoming Events gibt es seit kurzem eine SLIC Unit Telegram-Gruppe. Den Link dazu findet ihr in der Bio von SLIC UNIT.

In den #heartxwork Slides sprechen die fünf DJs von SLIC UNIT über die Vorzüge eines Kollektivs.

“Ich versuche mir nicht so hohe Ziele zu setzen.”

„Ich studiere Psychologie, arbeite und mache Musik. Und außer Musik, mache ich nichts von den Sachen für die Sache. Das Studium war ein Kompromiss. Was nervt mich am wenigsten? Was ist irgendwie interessant und ich kann meine Familie damit stillhalten? Dass sie nicht die ganze Zeit fragen, was ich mache. Jetzt kann ich sagen, ich schreibe meine Thesis. Es würde nicht besonders gut ankommen, wenn ich sagen würde, dass ich Sänger bin.“

Meron ist in Darmstadt geboren und aufgewachsen. Musik nimmt er seit 2015 auf. 2019 dann die ersten Videos: ‘Dying of Thirst’ und ‘Weed and Bills’. Meron ist 25 Jahre alt, lebt in Berlin und studiert Psychologie. Nebenbei unterrichtet er Deutsch als Fremdsprache.

Warum Meron sich den Grammy nicht als Ziel setzt, erzählt er in den #heartxwork Slides.

“Wenn ich Musik mache, verarbeite ich meine Erfahrungen meist unbewusst.”

“Ich erinnere mich an eine Münchner Siedlung, nicht sehr zentral gelegen. Sie ist grün, groß, ruhig & laut und voll mit spielenden Kindern, Çay trinkenden Familien und alten, mürrischen Menschen. Viele Familien, teilweise vom Mars, Mond oder Jupiter. Familien, die zu meiner werden. Und ich zu ihrer. Ich bin acht, zehn, vierzehn Jahre alt. Ich spiele jeden Tag draußen mit all meinen Geschwistern. Wir bewegen unsere Körper und entfalten unsere gesamte Bandbreite an Fantasie. Wir wachsen gemeinsam, werden groß wie die Bäume in unserer Siedlung. Und irgendwann lernen wir fliegen.

Heute lebe ich in Berlin Kreuzberg. Ich bin 29 und sehe viele Dinge schärfer. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich mich damals gefühlt habe, werde ich oft traurig. Ich weiß, oder male mir aus, wieso die alten weißen Menschen aus der Siedlung sich dauernd beschweren mussten, bloß, weil wir Bälle durch die Gegend kickten. Autos, die an Zebrastreifen nicht für uns hielten. Oder meine Mutter, die darauf plädieren musste, dass ich trotz meines zulässigen Zeugnisses auf das Gymnasium komme, usw. – Wir waren die Kinder vom Mars, Mond oder Jupiter.”

Nalan ist Musikerin aus Berlin und Mitglied des Kollektivs Gaddafi Gals und des DJ Netzwerks SLIC Unit.

“Ich habe früher Tesafilm um Socken gebunden und damit Fußball gespielt.”

“Der Song ‘Footsteps’ ist über einen Jungen, der von Ghana nach Deutschland gezogen ist und manchmal so darin gefangen war, sich der Gesellschaft anzupassen, dass er vergessen hat, wo er herkommt. Und er musste zurück, um sich wieder zu erinnern. Es geht nicht darum, herauszufinden, wer ich bin. Das weiß ich. Aber manchmal verliert man die Dinge aus den Augen. Ich habe früher Tesafilm um Socken gebunden und damit Fußball gespielt. Diese Art von Kreativität habe ich in Deutschland verloren. Das hat dazu geführt, dass ich nicht mehr an mich geglaubt habe.” – Selassie, 2020
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Selassie ist in Ghana mit seinen Tanten und seiner Oma aufgewachsen. Mit dreizehn ist er nach Kiel gezogen. Zu seiner Mutter. Der in Hamburg lebende Künstler ist nach ihrem Tod letztes Jahr nach Ghana gereist. Im selben Jahr hat er sein erstes Album “Son Of Kafui – Playlist Four Ma Mother” zusammen mit Alexei produziert. .
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Mehr über @selassiethe1st erfahrt ihr in den #heartxwork Slides.

„Meine erste EP richte ich an Menschen, die in einem ‘Dazwischen’ stecken.” .”

„Ich kam erst als Jugendlicher in Kontakt mit anderen PoCs, die sich intensiver mit ihrer und unserer Geschichte auseinandersetzten. Dieser Austausch regte meinen Wissensdurst an und seitdem lerne ich, was es bedeutet Ich zu sein. Das Bild, das mir lange im negativen Sinne aufgedrückt wurde, repräsentiere ich heute sehr stolz und sehr bewusst.” – @lie__ning, 2020